Hongkong wurde im ersten Opiumkrieg von Großbritannien besetzt und im Anschluss als Kronkolonie erklärt. Über 150 Jahre lang wurde in Hongkong der Union Jack, die Flagge Großbritanniens, gehisst, und im Vergleich zum Rest Chinas entwickelte sich Hongkong zu einem florierenden Handels- und Finanzzentrum.

1997 gab Großbritannien seine Kolonie an China zurück. Aufgrund der großen ökonomischen und sozialen Unterschiede zum Rest Chinas sicherte Großbritannien seiner ehemaligen Kolonie jedoch Sonderrechte. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, eine unabhängige Justiz und eine gewisse Autonomie vom Rest des Landes sollten Hongkong auch nach der Rückkehr zu China erhalten bleiben. Hongkong sollte seine kapitalistische Ordnung im sozialistischen China weitgehend behalten dürfen. Darauf einigten sich Großbritannien und die damalige chinesische Zentralregierung und die Eingliederung Hongkongs lief unter der Devise: „Ein Land, zwei Systeme“.

Das ist der Grund, warum Hongkong bis heute selbst über seine Ein- und Ausreisepolitik bestimmen darf und sich diese folglich vom Rest des Landes unterscheidet. Während Reisende aus aller Welt für die Einreise in China ein Visum beantragen müssen, dürfen Staatsbürger fast aller Nationen für bis zu 14 bzw. 90 Tage Aufenthalt ohne Visum nach Hongkong kommen. Das heißt, Reisende brauchen nur ein Flugticket und einen gültigen Reisepass und schon können sie ohne viel Aufwand und bürokratische Hürden chinesischen Boden betreten. Die Tatsache, dass Englisch in Hongkong weiter Amtssprache ist, macht die Verständigung in der Stadt zudem leichter als im Rest Chinas.

Ein Schmelztiegel aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen

Die Einflüsse aus Ost und West sind auch heute noch allgegenwärtig in Hongkong und machen die Stadt zu einem interessanten Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Weltanschauungen. So sieht man neben den modernsten Hochhäusern alte chinesischen Suppenküchen, in denen Hühnerfüße frittiert oder Geckos gegrillt werden.

Trotz des Kapitalismus mit seiner Hektik, seinem Gewinnstreben und seinem Pragmatismus hat sich in Hongkong auch der alte Aberglaube der Chinesen gehalten. So kommt es beispielsweise durchaus vor, dass bei einem Bau von einem Hochhaus ein paar Stockwerke wieder abgerissen werden, da sie nicht der Feng-Shui-Philosophie entsprechen oder dass ein reicher Geschäftsmann eine Million Dollar für eine besondere Zahl im Autokennzeichen bezahlt, nur, um mehr Glück zu haben.

Neben den liberalen Einreisebestimmungen macht dieses friedliche Nebeneinander von verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen Hongkong wohl zum passendsten Ausgangspunkt für eine gemeinsame Zukunft zweier Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen.

Das britische Erbe Honkongs
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